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El Calafate und der Gletscher Perito Moreno
Freitag, 11. November 2011 - 21:08

In El Calafate machen wir eigentlich nur einen Stopp um den Gletscher Perito Moreno zu sehen.
Da einem auch hier das Geld aus der Tasche gezogen wird um eine geführte Tour zu machen oder mit dem öffentlichen Bus zum Gletscher zu fahren beschliessen wir, halt wieder ein eigenes Fahrzeug zu mieten.

So konnten wir noch am Ankunftstag zum Gletschermuseum fahren, dass etwas ausserhalb des Dorfes El Calafate liegt. Dort wird einem alles eindrücklich erklärt, wie sich die Erde, die Gletscher und die Temparturen in den letzten Jahrmillionen entwickelt haben. Auf jeden Fall einen Besuch wert. http://www.glaciarium.com/

Besonders "cool" fanden wir alle den anschliessenden Besuch der Glaciobar im Keller des Museums. Auch wenn nochmals extra Eintrittsgeld verlangt wurde - es war der Spass wert...


wir werden eingekleidet und haben keine Ahnung, was uns hier erwartet....

  
                                                                                    ein Tanz hilft gegen die Kälte hier im Raum
        

Am nächsten Tag sind wir dann relativ früh losgefahren, um den Gletscher Perito Moreno zu besichtigen.

Und er war wirklich sehr beeindruckend - aber auch die unglaublich vielen Leute, die tagtäglich dahin fahren, sind beachtlich... Und die ganzen Wege bzw. Stege (ein richtiges Labyrinth), die für die Touristen angelegt wurden...

Aber unvergesslich war das Grollen der Eisstücke, die in den Lago Argentino fallen. Es hörte sich an wie ein langgezogenes, richtig heftiges Donnergrollen. Immer hört man es irgendwo knacken...

 


  
Entgegen all den Klimaerwärmungsproblemen ist dieser Gletscher in den letzten 20 Jahren gewachsen.



Am selben Abend sind wir gleich nach Trelew (Puerto Madryn/Peninsula Valdes) weitergeflogen.

Zurück in Argentinien
Freitag, 11. November 2011 - 20:30

Argentinier lieben offenbar alte Autos (wie wir später von einem Guide erfahren haben.)

Und wir lieben es, endlich wieder diese alten Kisten herumfahren zu sehen.

Und wir sind auch irgendwie froh, wieder in einem Land zu sein, wo nicht alles so unverschämt teuer ist, wieder für alles "Dulce de Leche" verwendet, und Mate Tee getrunken wird.



Mit dem Bus sind wir in etwas mehr als 3 Stunden von Puerto Natales über die Grenze nach El Calafate gefahren.


Die Autopanne
Freitag, 11. November 2011 - 20:30

Die Reifen dieses Auto's waren sowieso schon ganz abgefahren und es war fast vorhersehbar dass es passieren wird...



Also blieben wir mitten auf dem Weg vom Torres del Paine N.P. Richtung Puerto Natales am Wegesrand stehen... Der Reifen völlig durch - es hingen nur noch Fetzen am Rad.

  

Ganz gut, dass wir "unangeforderte" Hilfe bekommen haben... (auch wenn sich "Joe" etwas darüber geärgert hat - er wollte uns und sich selber wohl zeigen, dass er das auch alleine hinkriegen kann ;-)

Zwangsruhe im Torres del Paine N.P.
Freitag, 4. November 2011 - 03:13

Die nächsten zwei Tage verbringen wir zwangsläufig gemütlicher. An eine grössere Wanderung ist nicht zu denken. Zu sehr schmerzen unsere Beine ;-)

Wir erkundigen uns im Hotel Lago Grey über die Schifffahrt zum Gletscher. Wir verzichten darauf – 80 Franken pro Person sind uns wirklich zu viel Geld. Zumal wir bald noch einen anderen Gletscher sehen werden. Und der Wind bläst, es regnet und wir frieren. Also fahren wieder heim in unsere Hütte und geniessen einfach einen urgemütlichen Tag. Die Kinder malen und üben Schnürlischrift. Draussen tobt der Wind und der Regen prasst an unser Fenster.



Am nächsten Tag fahren wir zum Salto Grande. Der Wasserfall liegt an einer Stelle mit aussergewöhnlich starkem Wind. Aber hier startet auch eine der zwei ausgeschilderten Wanderungen, die unter 2 Stunden zu machen sind. Die Wanderung führt zu einem Aussichtspunkt zu den Cuernos. Es windet zeitweise so stark, dass einem die Kiessteine um die Ohren fliegen, sich das Wasser im See zu Wirbel auftürmt und wir uns ducken müssen, um vom Wind nicht umgeworfen zu werden. Sowas haben wir noch nie erlebt. Die Kinder fürchten sich (vor dem Wind und den Pumas die hier rumlaufen sollen) – so dass wir kurz vor Erreichen des Aussichtspunktes wieder umkehren müssen. Der Rest des Tages verbringen wir mit einem ausgedehnten Mittagessen und herumlümmeln im Häuschen.

  

  



Torres del Paine oder „Der grosse Schmerz“
Freitag, 4. November 2011 - 03:07

Am Tag nach der Ankunft im Torres del Paine N.P. war das Wetter perfekt (Sonnenschein und ungewöhnlich wenig Wind) für die geplante erste Wanderung zur Base Torres Del Paine. Wie schwierig die Strecke ist, wussten wir erst viele Stunden später ;-)

Nach dem Frühstück in unserem keinen Holzhäuschen haben wir unsere Sachen gepackt und sind um 8:00 Uhr losgefahren. Im Park gibt es sehr viele Wanderwege – aber sehr wenige Strassen (Sorte: Schotterpiste). Man erreicht eigentlich fast keine Sehenswürdigkeit ohne nicht 3 Stunden (und dann wieder zurück) gewandert zu sein. Keine kleinen Spaziergänge zum Gletscher oder sowas ;-) Hier wird in der Regel tagelang von einer Hütte (Refugio) zur anderen gewandert. Die wohl meistgewanderte Strecke ist die „W“ Wanderung – aber ich lasse jetzt die Details… Für unsere doch noch etwas zu kleinen Kinder wäre das zu viel (und für uns vermutlich auch ;-)

Wir haben uns aber zum Ziel gesetzt, einen Teil dieser „W“ Wanderung zu machen – zu den Torres die dem Park ihren Namen gegeben haben… Torres del Paine.



Der erste Teil der Wanderung war relativ einfach. Es wurde aber stetig steiler und unwegsamer. Und die Kinder haben schon die ersten „Jammertöne“ von sich gegeben ;-) Wir erklimmen in 5,5 km sicher 600 Höhenmeter – wobei der letzte und sehr gefährliche Teil der Strecke über ein steiles Feld aus Kies und Hängebrücken (ich kann Hängebrücken nicht ausstehen!) wieder ca. 200 Höhenmeter runterging. 
  



Wir brauchten 2 Stunden für die angegebenen 1 ¾ Stunden. Im Refugio Chileno haben wir unser mitgebrachtes Mittagessen verzehrt. Die nächsten 3,2 km sind mit 1 ½ Stunden gekennzeichnet. Keine Ahnung, wie viele Höhenmeter wir gemacht haben – aber es waren viele… Es ging steil hinauf und auch wieder steil hinunter. Wir schafften es in der vorgegebenen Zeit. Also waren wir frohen Mutes, auch die letzte Etappe – 1 km – 400 Höhenmeter, 1 Stunde auch noch zu machen… Im Nachhinein war es vielleicht etwas leichtsinnig. Wir gingen aber weiter hoch. Wir steigen über Steine halb so gross wie Julia, wandern in steilen Bachläufen, kriechen sandige, schmale Hänge hoch… Ein Alptraum wenn man daran denkt, dass man da auch wieder unter muss. Die Muskeln brennen und eigentlich möchte man umkehren – aber die „aufmunternden“ Worte von jenen Wandern, die uns entgegenkommen, lassen uns weiterkämpfen. Am Schluss der Strecke müssen wir über steiles Gletschergröll klettern um zur Spitze zu gelangen. Die Kinder klettern ohne zu schimpfen – ausser dass dä Bueb kurzfristig sauer war, dass niemand mit ihm über Flugzeuge plaudern wollte, weil jeder mit sich selber und der Tatsache, dass ein Fehltritt verheerende Folgen haben könnte, zu kämpfen hatte…

  

Der letzte Stein musste erklommen werden, um die Pracht dieser Torres sehen zu können. Wir haben 5 Stunden gebraucht um vom Startpunkt hier hoch zu kommen. Das Klatschen eines anderen Paares, das mit uns auf dem Schiff war und teilweise vor oder hinter uns aufgestiegen ist, hat den Kinder (und uns ehrlich gesagt auch ;-) gut getan.

   

Aber das sonst doch „normale“ Glückgefühl auf dem Gipfel wollte nicht wirklich aufkommen. Der Gedanke, dass wir da wieder runter mussten, lag uns zu schwer im Magen. Und das Wetter schien sich auch etwas umzuschlagen. Der Wind war bissig kalt und die Sonne kam nicht mehr durch die mittlerweile recht dichte Wolkenschicht. Also machten wir uns bald wieder auf den Rückweg. Wir kämpften uns mit grossem Respekt vor der doch recht grossen Gefahr durch das Gletschergeröll. Einzig die ungläubigen, fassungslosen, erschrockenen Blicke („wie haben diese Kinder das nur geschafft???“), mit denen unsere Kinder von den noch aufsteigenden, völlig verschwitzten, röchelnden Wanderer liessen uns ab und zu etwas schmunzeln.

Die Kinder waren sich der Gefahr bewusst und gingen, kletterten sehr konzentriert. Es schien so, als wären sie kein bisschen müde. Diese Kinderbeine watscheln einfach immer weiter – kein Maulen, kein Jammern. Uns Erwachsenen schmerzte mittlerweile jeder einzelne Schritt. Die Muskeln brannten, die Gelenke schmerzten – und es stand noch immer stundenlanges Absteigen vor uns. Die Kinder aber – vor allem d‘Fätzehaar - jucken noch immer voller Energie über die Wurzeln, Steine, Bäche… D‘Fätzehaar trieb uns in Rekordzeit den Berg hinunter – sie meinte immer wieder, dass wir doch nicht im Dunkeln heimfahren wollen und deshalb zügig gehen müssen... ;-) Der Schmerz wurde immer schlimmer. Aber es ging immer weiter bis wir dann nach fast 4 Stunden hartem, schmerzendem Abstieg unser Auto wieder erreicht haben und wir vor Einbruch der Dunkelheit in unserem Häuschen angekommen sind. Während die Kinder hüpfend vom Parkplatz in unser Häuschen tanzten konnten wir Erwachsenen kaum mehr gehen.

Wir sind erstaunt und stolz darüber, was unsere Kinder an diesem Tag geleistet haben! Bravo! Das waren 9 Stunden wirklich harte Arbeit für die 19 km!

Die „nackten“ Spaghetti ohne Sauce und der Nachtisch in Form von Frühstückscerealien (Schokoladenflakes) schmeckten an diesem Tag besonders gut ;-)

Eine Frage bleibt offen: Können wir jemals wieder normal gehen?? ;-)

Ankunft Puerto Natales und im Nationalpark
Freitag, 4. November 2011 - 02:54

Der Abschied unserer Kinder von den Kindern auf dem Schiff war nicht ganz einfach. Sie mochten sich wirklich ganz toll und das Mädchen war wirklich ganz schön traurig.


"Fätzehaar - dieses Herz ist für dich!"


Nun ja – bisher gab es ja eigentlich keine Pannen bei unserer Reise… An diesem Tag schien sich eine anzubahnen… Joe hat wie immer vorsorglich alles vor unserer Ankunft gebucht. Auch ein Auto. Als wir bei der Autovermietung ankamen, war erst mal niemand da. Eine Stunde später tauchte ein gestresst wirkender Mann im Office auf. Und er sagte, dass er für uns kein Auto hätte..?!? Er hätte der für die Internetbuchungen verantwortlichen Person mitgeteilt, dass er keine Verfügbarkeit für 4 Tage hätte… Wir haben aber von Europcar eine definitive Bestätigung und keine Absage erhalten… Nach langen Diskussionen aber haben wir trotzdem ein Fahrzeug erhalten – er wird schauen müssen, wie er die Kunden, die dann in 2 Tagen ihr Auto in Empfang nehmen wollen, zufrieden stellen soll… Das Auto aber ist übel, übel… Irgendwo scheint es ein „Loch“ zu geben – der ganze, feine Staub der Strasse kommt irgendwo durch den Kofferraum ins Innere des Fahrzeuges… Mit geschlossenem Fenster kann man nicht fahren – also heisst es frieren anstatt ersticken. Wirklich übel!

Das gemietete Häuschen aber ist zwar winzig klein, lottrig und eigentlich viel zu teuer (für das was es ist) – aber es ist urgemütlich und wir fühlen uns sehr wohl. Sollte es schneien bleiben wir den ganzen Tag hier und trinken Tee – kein Problem ;-)

   

Das Frachtschiff Navimag
Freitag, 4. November 2011 - 01:51

Von Puerto Montt brachte uns das Frachtschiff Navimag in 4 Tagen nach Puerto Natales.



Die Organisation und die Abfertigung der überraschend zahlreichen Passagiere ist hervorragend. Das Gepäck konnten wir in der Eincheckhalle abgeben und es wurde alles (!) in unsere Kabine gebracht.

Nachdem alle Passagiere an Bord waren wurde das noch „schräge“ Schiff fertig beladen. Offenbar hatten wir Glück: es kann vorkommen, dass hier Tiere verschifft werden. Das wäre dann entsprechend laut und stinkig ;-) Ziemlich pünktlich gegen 16:00 Uhr legen wir los. Das Lösen der Taue verlangt die Mitarbeit von 5 Mitarbeitern an Land und einem zusätzlichen Boot… Und wir sind erstaunt, wie flink dieses riesige Schiff aus dem Hafen manövrieren kann.

 

Jetzt ging es los – 3 Nächte auf dem Schiff standen uns bevor. Wir fahren wo immer möglich in einem der Kanäle der „zerfransten“ Küste Chiles. Wobei wir gewarnt wurden, dass wir am Tag 2 ab dem späteren Nachmittag bis am nächsten Morgen auf offener See fahren werden und das ganz schön ruppig werden könnte. Die Landschaft war irgendwie „lieblich“ und „weich“ – um uns herum überall bewaldete Hügel bzw. kleine Inseln. Nur der teilweise ziemlich zügige Wind erinnert daran, dass wir uns in Patagonien befanden und wir dem „Ende der Welt“ näherkamen. Später gesellten sich dann noch schneebedeckte Berge zu den Hügeln und Inseln. Das Schiff kurvt teilweise spektakulär-gefährlich durch sehr enge Passagen und sämtliche Passagiere verfolgten diese Manöver auf Deck.

  
 
   
hier wird durch enge Stellen manöviert                                             d'Fätzehaar mit José


Wir hatten eine nette 4-er Kabine mit Fenster und eigenem Bad. Nur der Stauraum war wie erwartet etwas knapp.




Das Essen an Bord war eigentlich immer O.K. Die vielen „Warnungen“, die wir auf verschiedenen Reiseberichten im Netz gelesen haben, können wir eigentlich nicht bestätigen. Das ganze „Extra-Proviant“ nahmen wir wieder unberührt mit vom Schiff.

        
riecht gut                                                 riecht nicht so gut  ;-)


Das Schiff hat sehr viel Allgemeinfläche für die Passagiere. Ein riesiges „Hauptdeck“, ein Aussichtsdeck vorne, ein grosszügiger Essraum für alle Passagiere plus eine grosse Bar auf dem obersten Deck.

   

  

Die Highlights der Schifffahrt zusammengefasst:

- Wunderschöne Aussichten – aber leider kein Gletscher

- sehr erholsame, geruhsame Tage an Bord

- Bingospielen wurde hier zur Party und man kann auch mit der allerschlechtesten Karte im Raum noch etwas Schönes gewinnen ;-)

- Das gleichmässige Dröhnen der Motoren wirkt einschläfernd

- In Chile tanzt man Merengue

- Stugeron ist ein hervorragendes Medikament gegen Seekrankheit

- Auch Erwachsene mögen noch ganz gerne Fangen spielen – auf Deck

- Einige nette Menschen getroffen. Insbesondere die Familie aus Frankreich, die ebenfalls für viele Monate mit ihren Kindern unterwegs ist. War schön, sie kennengelernt zu haben und der Austausch war interessant. Die Kinder haben sich ebenfalls gut verstanden und hatten viel Spass miteinander.

- Auf der Schiffsbrücke regierte eine Frau (meistens)

- Wir brauchten nie die Schwimmwesten anzuziehen

- Der Wal, der direkt vor uns auf- und wieder abgetaucht ist


Abendstimmung


Rostiges Schiffsfrack eines missglückten Versicherungsbetruges 


In Puerto Natales haben wir ein Auto gemietet und werden gleich in den Torres del Paine N.P. weiterfahren.

Restaurants in Chile
Freitag, 28. Oktober 2011 - 14:15

Wir staunten nicht schlecht, als wir am Abend ein Restaurant betreten und wir wieder herausgeschickt wurden... Das sei ein Rauerlokal und mit Kindern dürfen wir nicht hier sein.
Die nette Dame führte uns ins Lokal nebenan, das ein kleiner, separierter, mit Glasscheiben abgegrenzten Nichtraucherbereich hatte. Ist das nicht irgendwie verkehrt??

Ganz gut, dass die chilenische Mannschaft den Fussballmatch gewonnen hat, der da gerade am TV lief - die unheimlich vielen Leute, die im Lokal lautstark mitgefiebert hatten, schienen etwas zu emotional zu sein ;-)


Und wir haben auch am nächsten Tag etwas Mühe, ein passendes Lokal zu finden - hier wird überall geraucht und Kinder sind nicht erlaubt...

Findet man dann doch ein Lokal kann es sein, dass es da kein Wasser (also Mineralwasser mit/ohne Kohlensäure) zu trinken gibt. Nur Alkohol oder Süssgetränke - offenbar trinkt kein Chilene Wasser...! *pfui* ;-)
Ja und meistens wird irgendetwas vergessen... Wein, Salat, ein ganzes Menü oder manchmal wird sogar vergessen, den Hauptgang zu verrechnen (uns passiert - allerdings schon in Argentinien ;-)

Cruce de lagos - von Bariloche nach Puerto Montt
Freitag, 28. Oktober 2011 - 14:13


Das hier wirkt schon sehr helvetisch....


Im Jahr 1913 ist die erste Reisegruppe vom Schweizer Ricardo Roth auf einem speziellen Weg durch die Anden geführt worden.
Diese Gruppe überquerte mit einfachen Booten 3 Seen und hat mit Pferden auf sehr einfachen Wegen einige Höhenmeter überwunden. Und sie überschritten dabei auch die Grenze zwischen Chile und Argentinien. Dafür benötigten sie rund eine Woche.
Herr Roth gründete kurz darauf den (bis heute einzige) Veranstalter dieser Tour, die "CruceAndino".
Die Tour kann dank der (typisch schweizerisch) gründlichen Organisation heute in einem einzigen Tag gemacht werden. 

Morgens werden wir (und unser grosses Gepäck :-) direkt im Hotel in Bariloche abgeholt und wir fahren mit dem Bus nach Puerto Pañuelo wo wir einschiffen. Die Gegend auf dem Weg ist wunderschön und erinnert uns jetzt wirklich sehr stark an die Schweiz. Der grosse Unterschied aber sind die unverbauten Hügel rund um den Lago Nahuel Huapi. Wir fahren mit dem Kat auf dem Lago Nahuel Huapi bis nach Puerto Blest.
Das Wasser ist unglaublich klar und türkisblau. Und es ist windig und dementsprechend kalt. Und die Aussichten sind wunderschön, einsam aber irgendwie vertraut...

Das ganze Proviant, das wir unwissend am Tag zuvor gekauft und mitgenommen haben, müssen wir vor der chilenischen Grenze essen - es darf nichts Pflanzliches oder Tierisches nach Chile eingeführt werden...


 

  
Der etwas verrückte Argentinier füttert unter Sturzgefahr ;-) die Möven

  
manchmal klappt es tatsächlich...                                                  mir zwei 

   

In Puerto Blest werden wir und unser Gepäck wieder in Rekordzeit in einen Bus umgeladen, fahren 10 min. und schiffen in Puerto Alegre erneut ein. Das Gepäck wird auf ein separates Boot gebracht und wir durchquerten den Lago Frias bis Puerto Frias.
 

Lago Frias - windstill und recht warm


Die anschliessende 4WD-Busfahrt auf der gemeingefährlichen Strasse führt uns durch Regenwälder, wo es 300 Tage im Jahr regnen soll. Aber offenbar hat es seit langer Zeit nicht mehr geregnet und alles wirkt - bis auf die letzten Flecken Schnee - recht trocken. Während dieser Busfahrt überschreiten wir die argentinische Grenze und sind in Chile. 

 
Vulcano Tronador


In Peulla dann haben wir (und ein anderes Paar aus Brasilien) unser Tagesziel erreicht. Alle anderen Reisenden sind gleich nach der Kontrolle des Gepäcks weitergefahren. 

Nachdem alle Reisebusse und Tagestouristen wieder "verschwunden" sind, wurde es hier richtig ruhig und gemütlich. Das Hotel Natura Patagonia ist urchig-gemütlich und wir hatten das wohl grösste Doppelbett, das wir je gesehen haben (wir konnten uns 3 mal voll umdrehen ohne vom Bett zu fallen ;-) (versucht das mal bei euren Betten) Hier hätten wir alle 4 schlafen können... also kein Problem, dass es eigentlich nur ein 3 Personen-Zimmer ist ;-) Nur die Tatsache, dass man in Chile das Klopapier wirklich nicht ins WC werfen soll, war uns (oder besser gesagt am "Bueb" nicht so bewusst und wir mussten hart dafür "büssen" (ihr könnt euch ja denken, was wir "durchmachen" mussten ;-)

Peulla ist irgendwie kein "richtiges" Dorf. Vielmehr eine Ansammlung von wenigen Häusern um ein bzw. zwei Hotels. Wäre der bereits erwähnte Herr Roth hier nicht aufgetaucht und hätte das erste Hotel gebaut, wäre hier vielleicht niemand... Es scheint, Herr Roth hätte auch hier gut durchdachte Arbeit geleistet. Es gibt sogar eine Schule für die Kinder der Angestellten vom Hotel. Die wenigen Häuser im "Dorf" sind recht schmuck und haben schöne, gepflegte Gärten. Man hat das Gefühl, die Menschen hier seien stolz darauf, hier zu leben.




Am nächsten Tag (vor der Weiterreise am Nachmittag) haben sich die Männer noch richtig ins Seil gehängt.
Zipline heisst hier Canopy.

  

    

 
Und dann die grosse Enttäuschung:
Am morgen war die Luft noch ziemlich klar - je später es am Nachmittag wurde, je "staubiger" wurde es. Gegen vier Uhr, zum Start unserer Weiterreise war die Luft richtig "dick" - die uns umgebenden Berge sah man nicht mehr. Schuld daran war wieder die Asche des Vulkans Puyehue. Während der Schifffahrt auf dem Lago Todos Los Santos haben wir einfach gar nichts gesehen. Hier hätten wir doch den spektakulären Vulcano "Osorno" (der sieht genau so aus, wie Kinder einen Vulkan zeichnen würden) und einige andere Vulkane sehen können... Wirklich sehr schade... :-(  ("See-nix-point" wie "dä Bueb" zu sagen pflegt ;-)


Mehr als ein kleines bisschen "Vulkan-Fuss" sah man nicht... und das auch nur von ganz nah... 
Das ist kein Nebel sondern Vulkanasche!


Etwas überrascht waren wir, als wir den Nationalpark verlassen haben. Die Landschaft sieht aus wie irgendwo im Berner Oberland oder im Schwarzwald. Die Häuser und die Gärten sind sehr gepflegt.  Und des öftern sieht man Schildern an Häusern auf denen steht "Hay Kuchen" (habe Kuchen). Unser Guide erzählt uns, dass Mitte des 19. Jahrhunderts viele Deutsche hierher eingewandert sind. Puerto Varas gleicht einem Dorf in Deutschland. Hier gibt es neben "Kuchen" auch eine Deutsche Schule. Sogar das Oktoberfest wird gefeiert. Allerdings finden wir das Dorf etwas "künstlich" - besteht es doch hauptsächlich aus Hotels, Hostels oder Cabañas. Ein Feriendorf eben... Die meisten der Reisegruppe sind in Puerto Varas geblieben.
Wir sind weiter nach Puerto Montt.

Puerto Montt ist keine besonders schöne Stadt. Wir sind eigentlich nur hier, um unser Gepäck umzupacken, etwas Proviant zu besorgen und dann morgen Mittag das Frachtschiff Navimag zu erreichen, das uns in 4 Tagen nach Puerto Natales bringen wird. Die anschliessenden 4 Tage werden wir in einem Cabaña im Torres del Paines Nationalpark verbringen.





Vor einigen Tagen (oder sind es Wochen?) habe ich erwähnt, dass ich mich frage, wo eigentlich all die schönen Argentinier sind, die im Reiseführer erwähnt wurden...
Nun ja - jetzt weiss ich es: Sie sind in Chile!  ;-)

Und das gelte auch für die Frauen, meint "Joe".


Bariloche - die argentinische Schweiz
Dienstag, 25. Oktober 2011 - 05:48

Am Flughafen Buenos Aires kann man übrigens, neben vielem anderen natürlich, Waschmaschinen und Klimaanlagen kaufen – und das im Bereich, wo nur Passagiere hinkommen… Wir fragten uns, ob eine Waschmaschine als Handgepäck akzeptiert würde…

Der Flughafen Bariloche ist gesperrt – deshalb fliegen wir ins ca. 300 km entfernte Neuquén. Die 300 km müssen wir mit dem Bus zurücklegen – 6 Stunden Fahrzeit… plus ca. 30 min Pause.

Der Flughafen Bariloche ist übrigens wegen der Asche des Vulkans Puyehue in Chile gesperrt. Auch wenn man in der Schweiz in der Presse nichts mehr hört von der Asche – sie ist noch immer da… und zwar überall… ganz fein fliegt sie bei jedem Windstoss umher, die Schneeberge im Hintergrund des Sees sind nicht weiss sondern grau und sind meistens gar nicht zu sehen. Vor ein paar Tagen wurden wegen der Asche auch wieder viele Flüge storniert (Inlandflüge).


aufgehäufte Vulkanasche in einem Vorgarten



Die Region um Bariloche wird die „argentinische Schweiz“ genannt. Und ein bisschen erinnert das Panorama schon an die Schweiz. Und hier gibt’s Fondue, Bernhardinerhunde, Hotels die „Edelweiss“ heissen, Holzchalets, Sportgeschäfte, Skilifte und Schokolade…
Die "hohe Kunst der Schokoladenherstellung" soll übrigens von eingewanderten Schweizern stammen. Aber hier spricht keiner mehr "Schweizerdeutsch" - aufgefallen sind uns aber "schweizerische" Namen wie z. Bsp. Frey (passt ja zur Schokolade ;-)



    

 
Wir essen Fondue... Aber ohne Wein. Weil wir keinen Alkohol kriegen... und warum? Weil Wahlen sind natürlich! Und die Leute im Restaurant konnten kaum glauben, dass man in der Schweiz (oder eigentlich überall auf der Welt trinken darf während die Wahllokale offen sind ;-)  So "unmündig" werden die Menschen hier behandelt - eigentlich schon fast frech...


Wir verzichteten bewusst auf Ausflüge in die Umgebung und waschen unsere Wäsche, kaufen gletschertaugliche Ausrüstung und geniessen unser schönes Hotel mit Hallenbad.




Heute Abend haben wir noch eine nette Bekanntschaft mit einer Reisegruppe aus Wales gemacht. Im Restaurant, wo wir gegessen haben, begann die Gruppe in einer seltsamen Sprache zu singen. Unsere Kinder hatten richtig „dä Plausch“, sind zu den Leuten hingegangen und in Englisch gefragt, wo sie herkämen… So kamen wir ins Gespräch. Offenbar sind vor 150 Jahren viele Waliser nach Patagonien ausgewandert. Und sie sprechen noch immer ihre Sprache. Jetzt am Wochenende findet hier in der „Nähe“ ein Festival statt, wo die Gruppe hinfahren und ihre „Landsleute“ besuchen wird. Wir fanden das irgendwie rührend.

Morgen früh werden wir im Hotel abgeholt und es geht los nach Chile… Internet gibt’s auf dem Schiff keines – also keine News…




Und zum Schluss noch dies:
Unser Reiseprogramm für Argentinien lässt noch einige Varianten offen. Also fragten wir unsere Kinder heute vor dem Nachtessen, ob sie Interesse hätten, Wale, Pinguine und Seelöwen zu sehen (Peninsula Valdés). Die Kinder fanden das toll! Nach dem Nachtessen meinte dann d’Fätzehaar: „ach – chömmer nöd diä Show scho hüt go luege - weisch diä Show mit dä Pinguin?!“ :- )

 
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