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Oktober 2011
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Restaurants in Chile
Freitag, 28. Oktober 2011 - 14:15

Wir staunten nicht schlecht, als wir am Abend ein Restaurant betreten und wir wieder herausgeschickt wurden... Das sei ein Rauerlokal und mit Kindern dürfen wir nicht hier sein.
Die nette Dame führte uns ins Lokal nebenan, das ein kleiner, separierter, mit Glasscheiben abgegrenzten Nichtraucherbereich hatte. Ist das nicht irgendwie verkehrt??

Ganz gut, dass die chilenische Mannschaft den Fussballmatch gewonnen hat, der da gerade am TV lief - die unheimlich vielen Leute, die im Lokal lautstark mitgefiebert hatten, schienen etwas zu emotional zu sein ;-)


Und wir haben auch am nächsten Tag etwas Mühe, ein passendes Lokal zu finden - hier wird überall geraucht und Kinder sind nicht erlaubt...

Findet man dann doch ein Lokal kann es sein, dass es da kein Wasser (also Mineralwasser mit/ohne Kohlensäure) zu trinken gibt. Nur Alkohol oder Süssgetränke - offenbar trinkt kein Chilene Wasser...! *pfui* ;-)
Ja und meistens wird irgendetwas vergessen... Wein, Salat, ein ganzes Menü oder manchmal wird sogar vergessen, den Hauptgang zu verrechnen (uns passiert - allerdings schon in Argentinien ;-)

Cruce de lagos - von Bariloche nach Puerto Montt
Freitag, 28. Oktober 2011 - 14:13


Das hier wirkt schon sehr helvetisch....


Im Jahr 1913 ist die erste Reisegruppe vom Schweizer Ricardo Roth auf einem speziellen Weg durch die Anden geführt worden.
Diese Gruppe überquerte mit einfachen Booten 3 Seen und hat mit Pferden auf sehr einfachen Wegen einige Höhenmeter überwunden. Und sie überschritten dabei auch die Grenze zwischen Chile und Argentinien. Dafür benötigten sie rund eine Woche.
Herr Roth gründete kurz darauf den (bis heute einzige) Veranstalter dieser Tour, die "CruceAndino".
Die Tour kann dank der (typisch schweizerisch) gründlichen Organisation heute in einem einzigen Tag gemacht werden. 

Morgens werden wir (und unser grosses Gepäck :-) direkt im Hotel in Bariloche abgeholt und wir fahren mit dem Bus nach Puerto Pañuelo wo wir einschiffen. Die Gegend auf dem Weg ist wunderschön und erinnert uns jetzt wirklich sehr stark an die Schweiz. Der grosse Unterschied aber sind die unverbauten Hügel rund um den Lago Nahuel Huapi. Wir fahren mit dem Kat auf dem Lago Nahuel Huapi bis nach Puerto Blest.
Das Wasser ist unglaublich klar und türkisblau. Und es ist windig und dementsprechend kalt. Und die Aussichten sind wunderschön, einsam aber irgendwie vertraut...

Das ganze Proviant, das wir unwissend am Tag zuvor gekauft und mitgenommen haben, müssen wir vor der chilenischen Grenze essen - es darf nichts Pflanzliches oder Tierisches nach Chile eingeführt werden...


 

  
Der etwas verrückte Argentinier füttert unter Sturzgefahr ;-) die Möven

  
manchmal klappt es tatsächlich...                                                  mir zwei 

   

In Puerto Blest werden wir und unser Gepäck wieder in Rekordzeit in einen Bus umgeladen, fahren 10 min. und schiffen in Puerto Alegre erneut ein. Das Gepäck wird auf ein separates Boot gebracht und wir durchquerten den Lago Frias bis Puerto Frias.
 

Lago Frias - windstill und recht warm


Die anschliessende 4WD-Busfahrt auf der gemeingefährlichen Strasse führt uns durch Regenwälder, wo es 300 Tage im Jahr regnen soll. Aber offenbar hat es seit langer Zeit nicht mehr geregnet und alles wirkt - bis auf die letzten Flecken Schnee - recht trocken. Während dieser Busfahrt überschreiten wir die argentinische Grenze und sind in Chile. 

 
Vulcano Tronador


In Peulla dann haben wir (und ein anderes Paar aus Brasilien) unser Tagesziel erreicht. Alle anderen Reisenden sind gleich nach der Kontrolle des Gepäcks weitergefahren. 

Nachdem alle Reisebusse und Tagestouristen wieder "verschwunden" sind, wurde es hier richtig ruhig und gemütlich. Das Hotel Natura Patagonia ist urchig-gemütlich und wir hatten das wohl grösste Doppelbett, das wir je gesehen haben (wir konnten uns 3 mal voll umdrehen ohne vom Bett zu fallen ;-) (versucht das mal bei euren Betten) Hier hätten wir alle 4 schlafen können... also kein Problem, dass es eigentlich nur ein 3 Personen-Zimmer ist ;-) Nur die Tatsache, dass man in Chile das Klopapier wirklich nicht ins WC werfen soll, war uns (oder besser gesagt am "Bueb" nicht so bewusst und wir mussten hart dafür "büssen" (ihr könnt euch ja denken, was wir "durchmachen" mussten ;-)

Peulla ist irgendwie kein "richtiges" Dorf. Vielmehr eine Ansammlung von wenigen Häusern um ein bzw. zwei Hotels. Wäre der bereits erwähnte Herr Roth hier nicht aufgetaucht und hätte das erste Hotel gebaut, wäre hier vielleicht niemand... Es scheint, Herr Roth hätte auch hier gut durchdachte Arbeit geleistet. Es gibt sogar eine Schule für die Kinder der Angestellten vom Hotel. Die wenigen Häuser im "Dorf" sind recht schmuck und haben schöne, gepflegte Gärten. Man hat das Gefühl, die Menschen hier seien stolz darauf, hier zu leben.




Am nächsten Tag (vor der Weiterreise am Nachmittag) haben sich die Männer noch richtig ins Seil gehängt.
Zipline heisst hier Canopy.

  

    

 
Und dann die grosse Enttäuschung:
Am morgen war die Luft noch ziemlich klar - je später es am Nachmittag wurde, je "staubiger" wurde es. Gegen vier Uhr, zum Start unserer Weiterreise war die Luft richtig "dick" - die uns umgebenden Berge sah man nicht mehr. Schuld daran war wieder die Asche des Vulkans Puyehue. Während der Schifffahrt auf dem Lago Todos Los Santos haben wir einfach gar nichts gesehen. Hier hätten wir doch den spektakulären Vulcano "Osorno" (der sieht genau so aus, wie Kinder einen Vulkan zeichnen würden) und einige andere Vulkane sehen können... Wirklich sehr schade... :-(  ("See-nix-point" wie "dä Bueb" zu sagen pflegt ;-)


Mehr als ein kleines bisschen "Vulkan-Fuss" sah man nicht... und das auch nur von ganz nah... 
Das ist kein Nebel sondern Vulkanasche!


Etwas überrascht waren wir, als wir den Nationalpark verlassen haben. Die Landschaft sieht aus wie irgendwo im Berner Oberland oder im Schwarzwald. Die Häuser und die Gärten sind sehr gepflegt.  Und des öftern sieht man Schildern an Häusern auf denen steht "Hay Kuchen" (habe Kuchen). Unser Guide erzählt uns, dass Mitte des 19. Jahrhunderts viele Deutsche hierher eingewandert sind. Puerto Varas gleicht einem Dorf in Deutschland. Hier gibt es neben "Kuchen" auch eine Deutsche Schule. Sogar das Oktoberfest wird gefeiert. Allerdings finden wir das Dorf etwas "künstlich" - besteht es doch hauptsächlich aus Hotels, Hostels oder Cabañas. Ein Feriendorf eben... Die meisten der Reisegruppe sind in Puerto Varas geblieben.
Wir sind weiter nach Puerto Montt.

Puerto Montt ist keine besonders schöne Stadt. Wir sind eigentlich nur hier, um unser Gepäck umzupacken, etwas Proviant zu besorgen und dann morgen Mittag das Frachtschiff Navimag zu erreichen, das uns in 4 Tagen nach Puerto Natales bringen wird. Die anschliessenden 4 Tage werden wir in einem Cabaña im Torres del Paines Nationalpark verbringen.





Vor einigen Tagen (oder sind es Wochen?) habe ich erwähnt, dass ich mich frage, wo eigentlich all die schönen Argentinier sind, die im Reiseführer erwähnt wurden...
Nun ja - jetzt weiss ich es: Sie sind in Chile!  ;-)

Und das gelte auch für die Frauen, meint "Joe".


Bariloche - die argentinische Schweiz
Dienstag, 25. Oktober 2011 - 05:48

Am Flughafen Buenos Aires kann man übrigens, neben vielem anderen natürlich, Waschmaschinen und Klimaanlagen kaufen – und das im Bereich, wo nur Passagiere hinkommen… Wir fragten uns, ob eine Waschmaschine als Handgepäck akzeptiert würde…

Der Flughafen Bariloche ist gesperrt – deshalb fliegen wir ins ca. 300 km entfernte Neuquén. Die 300 km müssen wir mit dem Bus zurücklegen – 6 Stunden Fahrzeit… plus ca. 30 min Pause.

Der Flughafen Bariloche ist übrigens wegen der Asche des Vulkans Puyehue in Chile gesperrt. Auch wenn man in der Schweiz in der Presse nichts mehr hört von der Asche – sie ist noch immer da… und zwar überall… ganz fein fliegt sie bei jedem Windstoss umher, die Schneeberge im Hintergrund des Sees sind nicht weiss sondern grau und sind meistens gar nicht zu sehen. Vor ein paar Tagen wurden wegen der Asche auch wieder viele Flüge storniert (Inlandflüge).


aufgehäufte Vulkanasche in einem Vorgarten



Die Region um Bariloche wird die „argentinische Schweiz“ genannt. Und ein bisschen erinnert das Panorama schon an die Schweiz. Und hier gibt’s Fondue, Bernhardinerhunde, Hotels die „Edelweiss“ heissen, Holzchalets, Sportgeschäfte, Skilifte und Schokolade…
Die "hohe Kunst der Schokoladenherstellung" soll übrigens von eingewanderten Schweizern stammen. Aber hier spricht keiner mehr "Schweizerdeutsch" - aufgefallen sind uns aber "schweizerische" Namen wie z. Bsp. Frey (passt ja zur Schokolade ;-)



    

 
Wir essen Fondue... Aber ohne Wein. Weil wir keinen Alkohol kriegen... und warum? Weil Wahlen sind natürlich! Und die Leute im Restaurant konnten kaum glauben, dass man in der Schweiz (oder eigentlich überall auf der Welt trinken darf während die Wahllokale offen sind ;-)  So "unmündig" werden die Menschen hier behandelt - eigentlich schon fast frech...


Wir verzichteten bewusst auf Ausflüge in die Umgebung und waschen unsere Wäsche, kaufen gletschertaugliche Ausrüstung und geniessen unser schönes Hotel mit Hallenbad.




Heute Abend haben wir noch eine nette Bekanntschaft mit einer Reisegruppe aus Wales gemacht. Im Restaurant, wo wir gegessen haben, begann die Gruppe in einer seltsamen Sprache zu singen. Unsere Kinder hatten richtig „dä Plausch“, sind zu den Leuten hingegangen und in Englisch gefragt, wo sie herkämen… So kamen wir ins Gespräch. Offenbar sind vor 150 Jahren viele Waliser nach Patagonien ausgewandert. Und sie sprechen noch immer ihre Sprache. Jetzt am Wochenende findet hier in der „Nähe“ ein Festival statt, wo die Gruppe hinfahren und ihre „Landsleute“ besuchen wird. Wir fanden das irgendwie rührend.

Morgen früh werden wir im Hotel abgeholt und es geht los nach Chile… Internet gibt’s auf dem Schiff keines – also keine News…




Und zum Schluss noch dies:
Unser Reiseprogramm für Argentinien lässt noch einige Varianten offen. Also fragten wir unsere Kinder heute vor dem Nachtessen, ob sie Interesse hätten, Wale, Pinguine und Seelöwen zu sehen (Peninsula Valdés). Die Kinder fanden das toll! Nach dem Nachtessen meinte dann d’Fätzehaar: „ach – chömmer nöd diä Show scho hüt go luege - weisch diä Show mit dä Pinguin?!“ :- )

 
Es wird eisig
Samstag, 22. Oktober 2011 - 05:27

Die Region Salta haben wir verlassen und sind aus "flugtechnischen" Gründen für eine Nacht in Buenos Aires. Morgen Mittag fliegen wir nach Bariloche (Patagonien). Dort werden wir uns für tiefe Temparaturen einkleiden müssen bevor wir dann mit einem Frachtschiff weiter südlich fahren.

Buenos Aires werden wir dann vor dem Verlassen des Landes noch richtiger erleben - wir freuen uns darauf. Die Stadt scheint ganz O.K. zu sein ;-)


Uns geht es prächtig. Wir wissen schon gar nicht mehr auf Anhieb, wie lange wir schon unterwegs sind. Das Wochenzählen haben wir längst aufgegeben. Interessant finden wir, dass wir uns wirklich daran gewöhnt haben, kein "Zuhause" zu haben. Wir können uns kaum vorstellen, nicht unterwegs zu sein.
Einzig die für uns besonderen Menschen, die wir so lange nicht sehen können, vermissen wir. Und wir haben unsere Garderobe langsam richtig satt und würden gerne alles - inklusive den mittlerweile richtig "muffigen" Schuhe -  austauschen ;-)

Auch wenn wir manchmal ziemlich "schleppend" oder sogar gar nicht reagieren - wir freuen uns "tierisch" über jeden Gästebucheintrag oder andere Kontaktaufnahme von euch! Schön zu wissen, dass einige Menschen unser Tun hier regelmässig mitverfolgen und an uns denken.


Wieder Steine und eine halsbrecherische Passstrasse
Samstag, 22. Oktober 2011 - 04:42

Von Cafayate fuhren wir ein weiteres Teilstück der Ruta 40 durch das Valle Calchaquies Richtung Cachi. Die ersten 20 km sind wunderbar asphaltiert und wieder säumen uns Trauben und Bodegas. Auf den Bergen, die das Tal säumen lag etwas Schnee, der in der Nacht gefallen war. Nach dem Dorf San Carlos (wo wir einen grüsligen Kaffee tranken damit die Ninos aufs WC konnten, begann dann schon die nicht asphaltierte Strecke.
Aber die Schönheit der Quebrada de las Flechas war einmalig.


Diese Formationen sind durch einen See entstanden, der hier vor Milionen von Jahren einmal gewesen sein soll



Das eigentliche Tal des Calchaquies ist recht grün und breit. Wir fahren an zum Teil ziemlich stattlichen, einsamen Bauernhöfen vorbei. Aber wir können uns nicht vorstellen wie man hier leben kann... Die Höfe liegen bis zu 2 Stunden Fahrzeit von dem nächsten grösseren Dorf entfernt...
Die nicht asphaltierte Strasse ist zeitweise recht eng und es gab Stellen, wo die Strasse wie "abgeschnitten" ins etwa 5 m tiefere, breite Flussbett abgestürzt ist. Es sind zum Glück bereits überall neue Schotterwege gemacht und wir können problemlos weiterfahren. Aber für die rund 160 km von Cafayate nach Cachi brauchten wir 4 Stunden!


Gaucho's treiben ihre Herde zusammen



Das Dorf Cachi und dessen Umgebung erinnerte uns stark an die Toskana. Rund ums Dorf wachsen hohe Zypressen und Reben - und es liegt etwas erhöht auf einem Hügel.
Wir sind aber vorallem darüber froh, dass Cachi ein richtiges Dorf ist. Es sind Menschen auf den Strassen und es gibt Restaurants wo wir etwas essen können.

Nach der Mittagspause biegen wir kurz nach Cachi in die Ruta 33 Richtung Salta ab. Weitere 150 km Fahrstrecke erwarten uns... und wir haben keine Ahnung, wie der Zustand dieser Strecke ist.



Wir kommen nach ca. 40 km (auf einer asphaltierten Strasse ! ;-) an den P. Nac. Los Cardones. Hier wachsen Kakteen überall. Vor der Kulisse der weiss gezuckerten Berge ein ganz netter Anblick. Allerdings haben wir ehrlich gesagt viel dichtere Kakteenbestände erwartet... Die Töne des Windes, der durch die Kateen bläst, sind schon sehr speziell.

 

Die Strasse führt weiter über eine wunderbare Hochebene bis auf 3400 m.ü.M.



Und dann wurde es so richtig "lustig". Der Weg führte uns über die "Cuesta del Obispo". Es handelt sich um eine "halsbrecherische" Strecke, die sich dem Felsen entlang schlängelt - auf der einen Seite jeweils geht es steil den Hang herunter. Die erste Freude darüber, dass die Strecke asphaltiert ist, hat leider nicht lange angehalten. Die Stasse wechselte nach den ersten Kurven in eine Schotterpiste.
Sie gilt als eine der spektakulärsten Routen in ganz Südamerika.


Wirkt auf dem Foto nur halb so dramatisch wie es in Wirklichkeit ist... ;-)

Und spätestens nach dieser Strecke wird einem klar, warum soviele Strassen in Argentinien nicht ashaltiert sind: Der Natur arbeitet! Und wie! Immer wieder fährt man an Teilstücken vorbei, die von gewaltigen Erdrutschen zerstört worden sind. Teilweise hat die Strasse bereits wieder eine vorläufig definitive Linienführung, an anderen Stellen sind sie noch mitten in den Arbeiten. Manchmal sieht man am talseitigen Rand der Strasse richtige Löcher wo man ins tiefliegende Tal sehen kann - dort wird die Strasse wohl bald auch weg sein...
Besonders eine von uns war sehr erleichtert, als man nach rund 25 km heil angekommen ist...! (und die Kinder haben sich halb totgelacht).

Die restliche Strecke bis Salta war zwar ebenfalls holprig aber vergleichsweise problemlos zu fahren (bis auf die Holzbrücke, deren Holzboden schon morsch und löchrig war und jeder Autofahrer freiwillig wartete, bis der vorher fahrende Fahrer wieder von der Brücke war).
Der Nervenkitzel war dann wie immer das Autofahren in der Stadt. In einem Land, wo die Autofahrer keine Autofahrprüfung ablegen müssen sondern nur das Alter erreichen müssen und von Rechtsvortritten oder anderen Verkehrsregeln keinen blassen Schimmer haben. "Der Mutigere fährt zuerst" heisst es hier...


Dulce de leche und Empanadas
Samstag, 22. Oktober 2011 - 03:07

Dulce de leche ist eine recht zähflüssige Caramelcreme die einerseits wie z.Bsp. Nutella auf's Frühstücksbrot kommt - oder eben auch bei fast allen Desserts und Guetzli's verwendet wird. Sogar zum Flan gibt es oft noch einen dicken Klecks Dulce de leche... Es ist in aller Munde - so dass man fast vermuten könnte, dass man sich hier sogar die Zähne damit putzt.. ;-)

Und Empanadas sind gefüllte Teigtaschen - entweder aus dem Ofen oder auch "frito". Klassisch gefüllt mit Rinderhackfleisch - es gibt sie aber auch in anderer Ausführung. z.Bsp. mit Huhnhackfleisch oder Käse und Schinken. Empanadas gibts in wirklich jeder Bar oder Restaurant... Argentinischer Fastfood eben...
Als kleiner Snack, Vorspeise oder man holt sie im Dorf und isst sie mit Salat als Hauptgang. Und sie schmecken meistens auch ganz gut.
Auf die Frage unserer Kinder, ob ein klassischer Hamburger oder ein Empanada gesünder ist konnten wir nicht verbindlich antworten. Wir vermuten die Hamburger - den frischen Tomaten und des Salatblattes wegen ;-)



  argentinischer Fastfood




Rezept Dulce de Leche:

1 kg Zucker
2 l  Vollmilch
1 TL Natron

Zucker mit etwas Milch anbräunen, restliche Milch und Natron beigeben und unter stetigem Rühren verdicken lassen (bis es etwa wie Nutella ist)

Die Zubereitung soll ziemlich einfach sein und wir werden es versuchen, wenn wir wieder Zuhause sind... Erfahrungsberichte von unseren Lesern sind natürlich sehr erwünscht :-)


Noch mehr Steine... und erstklassige Weine
Samstag, 22. Oktober 2011 - 03:05

Wir fuhren auf der Ruta 68 von Salta Richtung Süden durch die Quebrada de las Conchas (Schlucht der Muscheln). Dabei handelt es sich um ein teilweise recht enges Tal des Rio Guachipas.



Erst noch ziemlich grün wird das Tal dann zunehmend wüstenhafter. Richtung Cafayate weitet sich das Tal. Auf der Strecke kann man verschiedene Felsformationen bestaunen. Einfach unglaublich schön!

  





Cafayate ist ein auf ca. 1600 m.ü.M. liegendes Weindorf. Uns erinnert die Gegend hier an das Südtirol. Eine sehr breite Talsohle wird von hohen Bergen gesäumt. Die Weinstöcke und die Gebäude der vielen Bodegas wechseln sich ab.
Hier blieben wir 2 Nächte. Abends genossen wir in einem der zahlreichen guten Restaurants das weltberühmte argentinische Fleisch und einen erstklassigen Wein, der hier vor Ort angebaut wird. Die Stimmung in den Restaurants ist ausgelassen und fröhlich. Sogar in den in Esslokalen wird Live-Musik gespielt und die Leute klatschen mit und lachen... Etwas seltsam fanden wir das: Die Leute werden tischweise gefragt, woher sie kommen und dann wird applaudiert... Naja - erinnerte uns etwas an eine Selbsthilfegruppe aber es war trotzdem ganz lustig ;-)




Und alle Leute (Hotel, Restaurants, auf der Strasse) sind freundlich und hilfsbereit. Es ist einfach schön, hier zu sein...

Einzig die hier besonders zahlreichen, freilaufenden, streunenden Hunde, die mitten auf dem Hauptplatz ihre manchmal recht bissigen "Bandenkriege" abhalten, finden wir recht störend.




Unseren eigentlich "autofrei" geplanten Tag konnten wir nicht einhalten. Die nahegelegenen Ruinen von Quilmes wollten wir doch noch besichtigen. Was für unsere Kinder ein "echt cooles" Labyrinth war ist für die Indio's eine heilige Stätte. Sie kämpfen heute noch für ihr Land, von dem sie durch blutige Kämpfe vertrieben wurden.



Im 17. Jahrhundert verschanzten sich ca. 5.000 Calchaquí-Indianer vor den spanischen Eroberern in ihrer letzten Verteidigungsbastion Quilmes. Dieser Ort existierte schon seit 800 nach Christus und die Bewohner konnten die Spanier mehrmals vertreiben und über 35 Jahre lang erbitterten Widerstand leisten.
Dennoch wurden sie 1667 von den Spaniern besiegt, denn diese zündeten einfach die Felder an und ließen die Indios so lange hungern, bis der Stamm schließlich aufgeben musste. Außerdem waren die Eroberer inzwischen in der Überzahl und hatten moderne Waffen. Nur wenigen Indios gelang die Flucht, rund 2.000 Indianer wurden gefangen genommen und in einem Gewaltmarsch über 1.200 Kilometer in die heutige Stadt Quilmes nahe von Buenos Aires deportiert und dort zu Zwangsarbeit gezwungen. Unterwegs starben viele durch die Strapazen. Der Rest war entwurzelt und angesteckt mit den Krankheiten der Spanier gingen sie zugrunde. Eine kleine Gruppe wurde in die Nähe von Lules nahe San Miguel de Tucumán gebracht, um dort auf einem Landgut zu arbeiten. Dieser Gruppe gelang es in Verhandlungen mit den Spaniern, ihr Land rund um die Festung Quilmes wieder zurück zu bekommen.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Ruinen von Archäologen der Universität von Buenos Aires freigelegt. Im Jahr 1978 hat ein Team unter Leitung von Norberto Pelissero die Mauern, Terrassen und Wege soweit wie möglich restauriert.
Und die Annahme, dass dieser Text "geklaut" ist, stimmt natürlich  ;-)

Das Areal ist schön eingebettet in einer Bergmulde. Klettert man auf einem der beiden Wege seitlich hinauf, wird man mit einem wunderschönen Rundblick belohnt. Erwähnenswert sind auch die vielen, riesigen Kateen, die hier überall wachsen.



Morgen geht es weiter Richtung nach Cachi und zurück nach Salta.

Steine, Steine und ein See voller Salz
Samstag, 22. Oktober 2011 - 03:05

Mit unserem Mietwagen sind wir von Salta aus Richtung Norden. Auf der RA9 sind wir über schmalen Strassen durch eine waldige Hügellandschaft bis nach San Salvador de Jujuy.


Pferde, Schafe, Kühe oder Esel auf der Strasse sind hier keine Seltenheit

Über eine überraschend gut ausgebaute Strasse fahren wir weiter in die faszinierende Bergwelt der Quebrada de Humahuaca bis ins Dorf Purmamarca, wo wir auch übernachtet haben. Das Dorf ist umgeben von einer gewaltigen, farbigen Steinwelt - fast so als hätte man die Steine bemalt.
Der Cerro de los Siete Colores ist ein Produkt komplexer geologischer Prozesse, die sich etwa 600 Millionen Jahre hinzogen. Die verschiedenen Farbschichten sind Ergebnis von Meeres-, See- und Flusssedimenten, die durch zusätzliche tektonische Bewegungen der Erde zu ihrer heutigen Attraktivität gelangten. (Quelle "Wikipedia" ;-)

Die Menschen hier sind auffällig klein, freundlich und dunkelhäutiger als sonst wo - echte Indio's eben... sie verkaufen rund um den Dorfplatz ihre (manchmal) selbstgestrickten Pullover, Schals, Mützen und Poncho's.

    
Quebrada de Humahuaca                                 Wanderung rund um Purmamarca - Paseo de los Colorados

    
Dorfzentrum Purmamarca                      Felsen fast wie bemalt

  
Unbeschreiblich schön - die Bergwelt rund um Purmamarca          Die Dorfkirche hat ein Dach aus Kateenholz


Am nächsten Tag fahren wir weiter auf der kaum befahrenen aber ziemlich spektakulären Strasse bis auf die Passhöhe (rund 4100 m.ü.M.).  Die Luft hier oben ist merklich dünn und viel kälter als in Purmamarca. D'Fätzehaar beklagt sich über "Bauchschmerzen" - wie fast immer wenn wir so hoch oben sind. Schon bald nach der Passhöhe sehen wir in der Ferne den riesigen Salzsee Salinas Grandes del Noroeste.
Der ca. 820 km2 grosse See auf ca. 3450 m.ü.M. entstand vor 5-10 Mio. Jahren aufgrund tektonischer Veränderungen der Osthänge der Anden. Der See ist heute aber trocken und hat eine rund 30 cm dicke Salzschicht.

    
Spektakuläre Passstrasse bis auf 4100 m.ü.M.                     Salzsee Salinas Grandes del Noroeste


     
mir zwei @ Salzsee                                 Haus und Lama aus Salz - Kinder aus Fleisch und Blut
("Joe" trägt seine Haare heute offen ;-)    



Weiter ging es auf der legendären Ruta 40. Diese Strasse ist rund 5000 km lang und führt von der südlichen Spitze von Patagonien bis nach Chile. Sie ist teilweise in so schlechtem Zustand, dass einem sogar davon abgeraten wird, die Strasse überhaupt zu befahren. Und wenn doch, dann nur in einer Gruppe mit mehreren Fahrzeugen.
Die ca. 70 km lange Strecke zwischen den Salinas Grandes und San Antonio de Los Cobres aber ist zwar nicht asphaltiert aber in einigermassen gutem Zustand - von einigen heftigen Schlaglöcher, die uns fast einen Achsenbruch eingebracht haben, einmal abgesehen.
Hier gibt es kaum andere Fahrzeuge. Ausser Lamas, Eseln und einsamen Häusern ist uns auf dieser Hochebene während den fast 2 Stunden Fahrzeit kaum etwas begegnet. Und wir fuhren immer in der Hoffnung, dass unsere Pneu’s dieser grossen Belastung standhalten und unser Wasservorrat auch für eine längere Zeit ausreichen würde. Die riesige, einsame Hochebene ist gesäumt von noch höheren Bergen und das Landschaftsbild hat sich während unserer fast 2 stündigen Fahrt kaum verändert.

     

Fast ohne Proviant losgefahren waren wir der Meinung, dass wir uns in der letzten grossen Ortschaft vor der Chilenischen Grenze in San Antonio de Los Cobres ausreichend verpflegen konnten. Dort angekommen waren wir aber ganz schön überrascht. Keine asphaltierten Strassen, keine einigermassen ansprechenden Restaurants und die Läden alle wegen Siesta geschlossen… Es wirkte auf uns wie eine Geisterstadt.

      
   Lama's auf dem Weg                                Die Strassen von San Antonio de Los Cobres


Also entschieden wir uns, unsere letzten Cracker zu essen und gleich weiter zum Viadukt des „Tren a las nubes“ Zug in die Wolken zu fahren. Weitere 13 km und fast 1000 Höhenmeter auf einer üblen Holperpiste. Etwas Abwechslung brachte einen Bach, der quer über die Hauptstrasse lief.  Auch hier in der guten Hoffnung, der Wassergraben möge nicht zu tief sein, so dass wir nicht steckenbleiben…

Dieser "Tren a las nubes" startet in der Stadt Salta (1200 m.ü.M), überwindet einen Pass von 4500 m.ü.M. und endet auf der anderen Seite der Anden in Chile. Die Bauarbeiten für die Zuglinie begannen im Jahr 1921 und dauerten noch 27 Jahre an.

Das Viadukt La Polvorilla ist auf 4200 m.ü.M., 65 Meter hoch und 224 Meter lang… und rostig..

      
Viadukt La Polvorilla    - 4200 m.ü.M.

  


Die Fahrt zurück nach Salta schien einfach nicht enden zu wollen. Was erst mit einer herrlich asphaltierten Strasse begann, änderte sich aber nach ca. 70 km wieder in eine Holperpiste. Auf zum Teil ziemlich „gfürchigen“ Teilstücken (Umleitungen wegen Bergrutschen) fuhren wir durch gewaltige, eindrückliche, andersartige Felslandschaften. Wir fuhren durch kleine Dörfer, die neben einer recht stattlichen Kirche, einer Schule und einer Bushaltstelle kaum Häuser hatten. Unsere Kinder fragten sich immer wieder, ob da wirklich Menschen leben...

Salta erreichen wir völlig K.O. von der langen Autofahrt ohne Verpflegung und den vielen neuen Eindrücken erst kurz vor dem Eindunkeln.
Ein Rind, ein erstklassiger Wein (Don David Malbec 2008 Bodega El Esteca, Cafayate) und ein süsser Flan verhalf uns aber wieder zu neuen Kräften :-)

 
Die Schöne und der Muttertag
Donnerstag, 20. Oktober 2011 - 06:45

Salta bedeutet in der Indiosprach "die Schöne" und uns gefällt es auch ganz gut hier.
Es gibt ein recht hübsches Stadtzentrum mit Fussgängerzone und zwei sehr schöne Kirchen.

Und es gibt Pompons... überall und in allen Farben.




     

    


man merkt, dass die Wahlen anstehen... Wahlkampfveranstaltugen und Plakate überall


Offenbar wird der Muttertag hier im Oktober gefeiert - schliesslich ist jetzt hier ja Frühling... Und das Geschäft mit der der Mutter wird hier ganz schön heftig betrieben. Überall werden Blumen verkauft - bzw. gekauft, kaum ein Geschäft das nicht die "Feliz dia Mama" im Schaufenster hängen hat...



das muss noch sein...
Freitag, 14. Oktober 2011 - 21:48

Wir möchten euch noch Carbon vorstellen.

Er ist der Hund, der die Ranch hier bewacht und der Liebling von uns allen ist.

Ihn werden wir bestimmt am allermeisten vermissen....

  



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