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Zurück in Sai Gon und die Grausamkeiten des Krieges
Sonntag, 29. April 2012 - 18:22

In Hoi An hätten wir es schon noch ein paar Tage länger ausgehalten - aber wir sind jetzt schon wieder zurück in Sai Gon. Die Stadt ist einfach "zuviel"... ;-) Und die "Dame" bekommt auch schon gleich wieder einen allergischen Ausschlag an der Hand (den kriegt sie immer nur in Saigon - was ist hier in der Luft?)

Mit einer Halbtagestour fahren wir zu den bekannten Cu Chi Tunnels.
Die
Cu Chi Tunnel sind ein Tunnelsystem, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1960 bis 1975 versteckt hielten.
Die schliesslich 200 Kilometer lange Tunnelanlage besaß 3 Etagen. Die Oberste lag 3-4 Meter unter der Erde. Die zweite Etage lag 6 Meter unter der Erde und diente als Unterschlupf für Kinder, ältere Menschen und verletzte Soldaten. Die Unterste, 8-10 Meter unter der Erde, beherbergte Krankenhäuser und sonstige Heilstätten. Unter der Erde waren also ganze Städte entstanden mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Die unterirdischen Gebäude waren durch enge Tunnel von ca. 80 cm Höhe und 60 cm Breite verbunden. Als Eingänge dienten mit Grasbewuchs und Laub getarnte Klapptüren. Die Eingänge waren zudem durch einfache, aber wirkungsvolle Fallen wie Bambusspieße gesichert.
Für Touristen wurde ein Teil der Tunnels auf 1,20 Meter Höhe und 0,80 Meter Breite vergrößert. Den Kindern machte es sichtlich Spass, durch die dunklen Tunnels zu kriechen.
Dass man im Hintergrund das Knallen vom Schiessstand aus so gut hören konnte, machte die ganze Situation ziemlich "echt" - "dä Bueb" zumindest war ein bisschen "eingeschüchtert" ;-)

   
Model der Tunnelanlage                                Fallen - in verschiedenen Variationen

     
Einstieg bzw. Eingang ins Tunnelsystem                            

Aber wo wurde die riesige Menge Erde versteckt, die da beim Bau der Tunnels angefallen ist? Hätten die Vietcongs sie einfach vor den Eingängen der Tunnels liegengelassen, wären die Tunnels sofort erkannt worden.
Es wurden also einerseits B52-Einschlagslöcher und frisch bearbeitete Reisfelder aufgefüllt, und es sind "künstliche" Termitenhügel im Wald erstellt worden (und wurden zur Abhörung des Feindes benutzt).

Wir sind überhaupt recht beeindruckt, welche Kreativität die Vietcongs bei der Waffenherstellung, Verteidigung und dem allgemeinen Leben im Tunnel an den Tag gelegt haben. Z.Bsp. entwickelten sie spezielle Fallen, Wiederverwendeten und zersägten die B52-Bomben um eigene Minen und andere Waffen zu bauen. Das Kochen wurde auf den frühen Morgen gelegt, damit der Rauch als Morgenneben gedeutet wird. Sie verwendeten sogar dieselbe Seife wie die Amerikaner damit die eingesetzten Spürhunde sie nicht finden konnten. Und es gäbe noch viele weitere Beispiele.

Uns wundert es nicht, dass die Amerikaner hier nicht klar gekommen sind...




Nach der Tour - zurück in Saigon - entscheiden wir uns, gleich noch das "War Museum" (Kriegsmuseum) zu besichtigen.
Vorweg: wir werden hier nicht "politisch". Welche Auswirkungen dieser wahnsinnige Krieg auf unsere westliche Gesellschaft hatte, weiss vermutlich jeder von uns. Die "Peace"-Bewegung überall auf der Welt war enorm. Und die Kinder wissen jetzt, warum z.Bsp. im australischen Hippie-Dorf Nimbin dieses Festival stattgefunden hat und sich das Dorf zu dem entwickelt hat, was es heute ist.

    
Flap, Panzer, Flugzeuge, Helicopter                         Foto aus dem Jahr 2008: die immer
                                                                          noch sichtbarenden Einschlaglöcher
                                                                         der grossflächigen B52-Bomber-Einsätze


Im Museum selber wird hauptsächlich mit Fotos die Grausamkeit dieses Krieges dokumentiert. 
Unseren Kindern wurde das aber sofort zuviel "Grausamkeit" und sie konnten in einem "Kinderraum" malen und spielen.


Diese Unterschrift eines Fotos gibt einen Eindruck, wie schrecklich die Fotos hier sind...
Fotos der gezeigten Bilder haben wir aber keine gemacht.


Wir sind sehr betroffen von dem Leid, das die Bevölkerung hier und auch die Amerikaner haben erleben müssen. Und dass auch jetzt noch - 3 Generationen später - die Folgen der "Agent Orange"-Einsätze zu spüren sind. Noch immer werden Kinder mit schweren Missbildungen geboren. Und man sieht die Betroffenen übrigens auch oft auf den Strassen der grösseren Städte betteln.
Die Bilder, die wir hier gesehen haben, werden wir vermutlich nie mehr vergessen.

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