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Hawaii - Big Island


   
BIG ISLAND     -     10. - 27. August 2011

Big Island ist die Insel der aktiven Vulkane und der gegensätzlichen Klimazonen. So ist so gross, wie alle anderen Inseln des Aloha-Staates zusammen. Sie zeigt uns auf eindrückliche Weise, wie gemächlich aber stetig neues Land entsteht.

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Die ersten Tage auf Big Island verbringen wir in Hilo. Hilo gilt als „nasseste“ Stadt der USA. Unserem Eindruck nach wird sie diesem Ruf mehr als gerecht. Das hawaiianische Motto „no rain, no rainbow“ haben wir auf „no sun, no rainbow“ abgeändert.

Hilo ist auch eine ziemlich „verschlafene“ Stadt, ist aber der perfekte Ausgangspunkt, um die Vulkane zu besichtigen. Wir wohnten in einem tollen Haus bei einer Familie, die 3 Hunde, Katzen, Ziegen und Lama’s hat etwas ausserhalb der Stadt.

Hilo wurde mehrmals durch gewaltige Tsunamis zerstört – das letzte Mal in den sechziger Jahren. Seitdem wurde die Stadt in Hafennähe nicht wieder aufgebaut sondern es wurde ein schöner, japanisch angehauchter Park angelegt. Nur die uralten Bäume (Banyan Trees) und eine Uhr (die den Tsunami zwar nicht funktionstüchtig überlebt aber noch gefunden wurde), die alte Hafeneinrichtungen erinnern an früher. Nur für die Touristen wurden am Meer (aber ohne Strand) wieder einige Hotels gebaut.

 

Am ersten Tag haben wir eine Rundfahrt gemacht. Startend von Hilo entlang der Küste zum Botanischen Garten, zu den Akaka-Falls (wo bei Sonne ein Regenbogen sein soll – aber wie schon erwähnt – „no sun, no rainbow“) weiter zum Waipio-Valley.
 
Die Strasse führt durch triefend nasse, tropische Wälder mit Blumen, Bambus, Riesenfarn u.a. Der Botanische Garten ist auch für jene ein Erlebnis , die sonst nicht besonders gerne Gärten besuchen. Ins Waipio-Valley soll man nicht mit gemieteten 4WD’s fahren – also haben wir’s natürlich auch nicht gemacht ;-). Wir sind weiter entlang der Küste Richtung Waimea. Das Dorf liegt etwas höher und die Landschaft erinnerte uns an Schottland – auch die Schafe und Kühe waren da. Von Riesenfarn, Bambus und Orchideen war nichts mehr zu sehen – die Temperatur war 10 Grad weniger.
Nach der Ortschaft änderte die Landschaft abrupt: vor uns lag eine Steppe! Trocken, weitläufig… Rinderherden, Vulkankrater, stahlblauer Himmel! Wir waren wirklich sehr beeindruckt. 

  
vor Waimea                      nach Waimea

Die Saddle Road war früher in einem sehr schlechten Zustand und offenbar nur mit 4WD befahrbar – heute aber voll ausgebaut und problemlos mit jedem Fahrzeug befahrbar. Die Landschaft ist sehr beeindruckend und gleicht einer Mondlandschaft. Kilometerlang säumten uns die Lavafelder des letzten Ausbruchs des riesigen Mauna Loa im Jahr 1984. Dieser letzte Ausbruch bedrohte kurzfristig sogar die Stadt Hilo.

    
 

Die nächsten Tage verbrachten wir hauptsächlich im Vulcano N.P. Leider hat es oft geregnet und es war auch ziemlich kalt. Der Kilauea ist der einzige Vulkan weltweit, der mit dem Auto erkundet werden kann. Er ist ausserdem einer der aktivsten Vulkane der Welt. In den letzten Jahren ist er mehrmals ausgebrochen und hat stetig neues Land gebildet. Die Lava hier ist anders zusammengesetzt – die Ausbrüche sind meist nicht sehr explosiv. 
    
Regenwasser verdampft                                        Sulfur-Banks


Im Halema`uma`u Krater ist der Lavastand tief – es fliesst kein Lava aus. Tagsüber sieht man nur Rauch – Nachts allerdings kann man das Lava schimmern sehen. 
 

Vom etwas abgelegenen Pu`u`O`o Krater fliesst nach kurzer Pause seit Anfang August 2011 wieder Lava. Allerdings kann es von keinem Punkt aus gesehen werden – ausser von der Luft aus… Oder man macht eine lange Wanderung über Lavafelder. Mit den Kindern aber war uns das etwas zu gefährlich – sind doch die Lavafelder ziemlich unwegsam und Einstürze mit entsprechenden Verletzungen an den Händen und Beinen recht häufig. Aufgrund der starken Sulfur-Dioxine-Belastung war ein Teil der Crater Rim Drive (Strasse rund um den Krater) geschlossen. Ebenso waren einige Wanderweg ebenfalls nicht begehbar.

Die Chain of Crater Road (Strasse vom Kilauea Krater bis zum Meer) – einst als Strasse für die Besichtigung der vielen Krater und anderen Sehenswürdigkeiten gebaut - wurde in den letzten Jahren mit mit Lava überdeckt. Die Aussicht auf den breiten, flachen Küstenbereich zeigt einem ehrfürchtig wie hier noch immer neues Land entsteht.

   

Eine Wanderung, die wirklich empfehlenswert ist (auch mit Kindern), ist der Kilauea Iki Trail. Durch den Regenwald steigt man hier am Kraterrand hinein in eine flache Lavalandschaft. Vor 50 Jahren ist hier der Vulkan ausgebrochen und hinterliess einen 120m tiefen See aus Lava. Es ist sehr eindrücklich, wie diese grossen, flachen Platten durch das Absenken gebrochen sind. Wie schon an anderen Orten gibt es auch hier diese Dampflöcher. Es ist Regenwasser, dass von der noch immer heissen Lava im Untergrund dampfend wieder nach oben kommt. Der „See“ ist noch immer spürbar warm. Die Metallrohre, die zwecks Überprüfung des „Erkaltungsstatus“ eingebohrt wurden, sind so heiss, dass man sie kaum berühren kann. Ein wirklich spezielles Gefühl hier zu wandern. Wo es doch vor so kurzer Zeit noch heftige Ausbrüche gab und die Menschen zu Tausenden hierherkamen, um dieses Schauspiel zu beobachten.
   


Ein weiteres Highlight von Big Island sind die beiden riesigen Vulkane Mauna Loa und Mauna Kea im Zentrum der Insel. Mit seinen ca. 4200 m.ü.M. ist der Mauna Kea nicht der höchste Berg der Welt. Misst man aber ab Meeresgrund (wo er einst als kleiner Vulkan entstanden ist und für die Entstehung der Insel verantwortlich ist) ist er über 9'100 m. hoch und damit der höchste Berg der Welt... Wie auch immer - er ist mächtig!

Im Gegensatz zu seinem "Kollegen" Mauno Loa (ebenfalls über 4000 m. hoch), der im 1984 letztmals ausgebrochen ist, "schläft" Mauna Kea seit über 3'500 Jahren. Interessant finden wir auch die Tatsache, dass beide Vulkanberge vor langer Zeit 1000 m höher waren – das recht „luftige“ Vulkangestein aber mit den Jahren zusammengedrückt wird und so richtige Felsen entstehen. 
Die Sonnenauf- und Untergänge auf diesen massiv hohen Berge, dort wo rundherum gar nichts ist, sind einfach unvergesslich. Morgens um 4:00 Uhr (!) sind wir also losgefahren um den Sonnenaufgang kurz nach 5:00 Uhr auf 4200 m.ü.M. zu verfolgen. Nach einer Stunde Fahrt sind wir beim VisitorCenter auf 2'800 m.ü.M. angekommen. Ausser uns war da niemand. Die Sicht nach Osten war uns zuwenig offen - also haben wir entschieden, gleich sofort weiter nach oben zu fahren. Aber nach ca. 200 m, auf der sehr steilen, ziemlich gefährlichen, nicht asphaltierten "Holperpiste" von der es auf der einen Seite richtig steil den Berg runtergeht, machte der Motor unseres Jeep's nicht mehr mit - "Hot Oil". Also "fertig lustig" Wir mussten also von da schauen wo wir gerade waren. Es war sehr kalt (5 Grad) und es wehte ein steifer Wind... Trotz Winterjacken haben wir gefroren. Und der rasche Aufstieg von Meereshöhe auf knapp 3'000 m machte uns auch etwas zu schaffen. Aber schön war's trotzdem...

 
Wir fanden es aber so schön da oben, dass wir entschieden, am Abend für den Sonnenuntergang gleich nochmals hochzufahren. Da wir aber mehrmals gewarnt wurden, dass wir mit den Kindern auf keinen Fall ganz hinauf fahren sollen (Kinder seien viel anfälliger für die Höhenkrankheit), fuhr nur einer von uns – der aber fand es aber „gigantisch“!

    

Jeden Abend nach Sonnenuntergang findet im Visitor Center ein begleitetes Sternegucken statt. Es wird alles abgedunkelt und es stehen ganz viele Stetoskope zur
Verfügung. Am schönsten fanden wir alle den Saturn – dessen Ring wir gestochen scharf bewundern konnten. Überhaupt war auch das Betrachten des Sternenhimmels mit blossem Auge von da oben etwas, was wir noch nie zuvor so erlebt haben. Hier auf dieser Höhe, umgeben von „nichts“, mit sauberer Luft, mitten im Pazifik ist es klarer als irgendwo sonst auf der Welt. Das ist auch der Grund, warum so viele Nationen oben auf dem Mauna Kea ihre Observatorien eingerichtet haben.


Auf dem Weg an die Westseite der riesigen Insel (Big Island ist so gross wie alle anderen Inseln zusammen) waren wir noch am Kaimu Black Sand Beach. Wo einst ein wunderschöner schwarzer, palmengesäumter Sandstrand war ist heute nur noch Lava. Im Jahr 1991 wurde hier vom Lava alles zerstört. Einige Dörfer und der gesamte Strand wurde von der Lava überdeckt. Das Dorf – einst ein sicher sehr belebtes Urlaubsparadies – wirkt heute etwas heruntergekommen. Rüherend finden wir die Geschichte, die uns eine Dorfbewohnerin erzählt hat: Die Geschichte der Frau, die davon träumte, dass hier irgendwann in der Zukunft wieder ein schöner, palmengesäumter Sandstrand ist. Also hat sie angefangen, mitten in die Lavafelder neue Palmen zu pflanzen. Die Frau ist mittlerweile gestorben – aber die zahlreichen Besucher und die Bewohner der Dörfer pflanzen noch immer neue Palmen. 
  


Die Verschiebung in den Westen (Kona-Keauhou) brachte auch den erhofften Sonnenschein. Wir wohnten in einem schmucken Reihenhäuschen in einer Siedlung mit Gemeinschaftspool und Tennisplätzen. Von unserem Gartensitzplatz aus sahen wir das Meer und die Sonnenuntergänge. Endlich durften auch die Badehosen wieder aus dem Koffer…

Wir haben einige Tage am Strand verbracht und haben mehrmals wildlebende, grosse Schildkröten hautnah erlebt. Erwähnen möchten wir besonders den Mauna Kea Beach (einer der schönsten Strände der USA) und den Kekaha Kai State Park, den man nur über eine sehr holprige Lavapiste erreichen kann. 

    




Aber natürlich wollten wir auch den westlichen Teil der Insel besichtigen und haben einige Ausflüge mit dem Auto gemacht.


Zum Beispiel das Refugium Pu'uhonua o Honaunau. Es war in früheren Zeiten (17. Jahrhundert) ein Zufluchtsort für all jene, die sich nicht "ordentlich" benommen haben. In der Meinung, dass "üble Taten" von den Göttern mit Vulkanausbrüchen, Tsunamis, Wirbelstürme, etc. gerächt werden, wurden Übeltäter in der Regel mit dem Tod bestraft.
Sollte es ein Verurteilter geschafft haben, sich vor den Kriegern des Häuptlings an diesen heiligen Ort zu retten, erhielt er hier Schutz und Begnadigung. Auch geschlagene Krieger waren hier sicher. Es war kein "freundlicher" Ort - man möchte nicht wirklich wissen, was genau hier geschehen ist und wie die Menschen hier Busse tun mussten. Ein besonderer Ort mit einer einzigartigen Aura irgendwie. 

 


An einem weiteren Tag sind wir mit Zwischenstopps (z.Bsp. Homemade Ice Cream in Hawi - soll die beste der Insel sein :-) Richtung Norden weiter bis ins Polulu Valley gefahren. Der halbstündige, sehr steile Abstieg auf einem ziemlich schlechten Pfad schaffen auch die Kinder ohne Probleme. Im Valley selber erwartet uns ein schwarzer Sandstrand und eine fast mystische Stimmung (und Nieselregen :-) Der Aufstieg war schweisstreibend. 
 

Nach einem Chat mit einem Bewohner des Dorfes Kapaau sind wir noch um eine lustige Geschichte "reicher" geworden...
In Honolulu steht eine Statue des ehemaligen Königs Kamehameha. In Kapaau steht auch eine. Und sie sieht identisch aus - ja man könnte sagen dass sie dieselbe ist wie in Honolulu... Die Statue wurde in Paris in Auftrag gegeben und sollte mit dem Schiff nach Honolulu gebracht werden. Irgendwo bei den Falklandinseln ist das Schiff allerdings in einen Sturm gekommen und die Statue - zuwenig befestigt - wurde in die Wellen gerissen. Also hat Hawaii eine neue Statue bestellt (Versicherung sei dank :-) Diese Statue ist dann auch heil angekommen und steht jetzt in Honolulu. Einige Zeit später kam dann der Kapitän des ersten Schiffes mit der ersten Statue doch noch angefahren :-) Der vom Sturz ins Meer abgebrochene Arm wurde auf der Insel repariert und diese Statue steht jetzt also hier in Kapa'au. Auf die Frage vom "Bueb" wie genau die Statue wieder gefunden wurde, konnte der freundliche, ältere Herr keine Antwort geben. Dafür hat er uns noch informiert, dass hier eigentlich die US-Flagge flattern sollte - diese aber immer wieder gestohlen und durch eine Hawaiianische Flagge ersetzt werde. 

  


Etwas wehmütig haben wir dann unser schmuckes Häuschen in Keauhou wieder verlassen und fuhren zurück in Richtung Hilo.

Die Verschiebung haben wir verbunden mit der Besichtigung des südlichsten Punkt der USA. Hier bläst der Wind so konstant stark, dass sogar die Bäume in Windrichtung wachsen und die Kühe wohl umfallen würden, würde der Wind plötzlich aufhören...  Die Windräder hier sind schon längst alle kaputt und warten wohl darauf, dass sie vom Wind endgültig weggeblasen werden. 

   

Die letzten Tage in Hilo hocken wir in einem der vermutlich billigsten (und heruntergewirtschafteten) Hotel vor Ort ;-) Man kann noch irgendwie erahnen, dass es hier einmal ganz schön idyllisch gewesen sein muss. In den guten alten Zeiten… Wir besichtigen noch eine Macadamianuss-Farm und üben uns im Stehpaddeln bevor wir dann nach Maui weiter fliegen.




wir würden lügen wenn wir sagen würden, dass wir alle diese Fische gesehen haben... Aber die meisten davon schon (Keauhou).


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Sämtliche Hawaii-Blogeinträge findet man hier



VORBEREITUNG


Interisland Flüge mit Hawaiian Airline

Vor Anreise haben wir in Hilo ein Haus gemietet und ein Mietwagen (4WD) gebucht. Für den Aufenthalt an der Westseite der Insel haben wir dann in Hilo etwas gesucht und gefunden.

Unterkunft Hilo:
http://www.vrbo.com/87297

Unterkunft Kona:
http://kona101.com/CondoPicsSR59.htm

Hotel Hilo:
http://www.unclebilly.com/UB_Hilo.html



http://www.billiger-mietwagen.de/



Empfehlenswertester Reiseführer (gibt es für alle Hawaii-Inseln) und auch als recht brauchbare App für Maui und Kauai (Stand Oktober 2011) für's Iphone erhältlich:

BIG ISLAND REVEALED von Andrew Doughty

Hier steht alles was man wissen muss und noch viel mehr... Teilweise witzige, kuriose Hintergrundinformationen.
http://www.wizardpub.com/main/home.html





Und zum Schluss noch zwei hilfreiche Links für die Planung einer Hawaii Reise:

http://www.to-hawaii.com/

http://www.usa-reise.net/forum/smf/index.php?board=33.0




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